Herzliche Begegnung mit der Ehefrau an einem regnerischen, aber freudigen Tag der Entlassung. 8. Juni 2026

Herzliche Begegnung mit der Ehefrau an einem regnerischen, aber freudigen Tag der Entlassung. 8. Juni 2026

Herzliche Begegnung mit der Ehefrau an einem regnerischen, aber freudigen Tag der Entlassung. 8. Juni 2026

Verbüßte Strafen

„Das ist nicht so beängstigend, wie es vielleicht scheint.“ Der Krim-Bewohner Maxim Zinchenko hat die ihm auferlegte Zwangsarbeit abgeleistet.

Krim

Am 8. Juni 2026 wurde der 34-jährige Maxim Sinchenko aus dem Besserungszentrum auf der Krim entlassen – wegen guter Führung kam er einen Tag früher als erwartet frei. Etwa ein Jahr leistete Maxim Zwangsarbeit, zuvor stand er 11 Monate unter Hausarrest.

„Die Haft ist nicht so schlimm, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag“, teilte Maxim mit. „Manchmal erlaubte ich mir, traurig zu sein, aber ich wusste, dass es gefährlich ist, sich in solche Gefühle zu vertiefen. Das Gebet half mir sehr ... Man könnte sagen, ich habe eine Fortbildung in meinen christlichen Eigenschaften gemacht.“

Außer seiner Ehefrau erwarteten auch die Eltern Maxim vor dem Gebäude des Straflagers. 8. Juni 2026
Außer seiner Ehefrau erwarteten auch die Eltern Maxim vor dem Gebäude des Straflagers. 8. Juni 2026

Maxim arbeitete als Schlosser in einer Geflügelfabrik in der Nähe des Besserungszentrums, wo die Insassen gemeinsam mit Einheimischen beschäftigt waren. „Um 6:00 Uhr ist Wecken, dann morgendliche Routine, Appell, und gegen 6:45 macht man sich schon auf den Weg zur Arbeit“, berichtete Maxim über den Alltag im Besserungszentrum. „Ein Bus bringt dich zur Fabrik, und nach dem Arbeitstag bist du gegen 18:20 Uhr wieder zurück. Abends kann man waschen, kochen – man sorgt dort selbst für Essen und alles Notwendige. Sogar freie Zeit gibt es. Um 21:20 ist Abendappell und Zählung, von 22:00 bis 6:00 wird geschlafen.“

An den Wochenenden durfte der Gläubige mit Erlaubnis der Verwaltung das Besserungszentrum für einige Stunden verlassen und seine Ehefrau treffen. „Wir sind durch den Ort spaziert und haben uns unterhalten. Mein Mann hat mir immer zugehört und mich getröstet“, erzählte Karina.

Maxim Sinchenko galt als gewissenhafter Arbeiter; daher wurde er zweimal als Mentor für die Einarbeitung neuer Mitarbeitender eingesetzt, nicht nur unter den Insassen. Sein Fleiß gefiel jedoch nicht allen. Nach Maxims Angaben versuchten einige regelmäßig, Streit anzufangen oder sogar eine Schlägerei zu provozieren, doch der Gläubige reagierte nie mit Gegenaggression. Aufgrund seines guten Rufs stellten sich die Leitung und das Team hinter ihn. Wie seine Ehefrau berichtete, sagte einer der Insassen über ihn: „Du bist für uns wie die Sonne – immer fröhlich und du unterstützt andere.“ Ein Verurteilter, der vor Sinchenko freikam, riet den Mitarbeitenden: „Passt auf Maxim auf, wir sitzen hier für unseren Unsinn, aber er eigentlich für nichts ... Solche Menschen zeigen uns, wie es ist, ein ehrliches Leben zu führen.“

„Wem [ungerechte Strafverfolgung] widerfährt, dem hilft es zu verstehen, dass das Problem nicht bei einem selbst liegt. Man muss zuversichtlich sein, dass wir alles überwinden können. Gott lässt einen nie ohne Kraft“, resümierte Maxim.

In vergleichbaren Strafverfahren wurden bereits 14 Zeugen Jehovas zu Zwangsarbeit verurteilt, sechs von ihnen verbüßen weiterhin ihre Strafe.

Fall Sinitschenko in Sewastopol

Fallbeispiel
Im Mai 2023 führten Ermittlungsbeamte des Ermittlungsausschusses und des FSB in Feodossija eine Hausdurchsuchung in der Wohnung des Ehepaars Sintschenko durch, das seit 2020 überwacht wurde. Gegen Maxim Sintschenko wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Ermittlungsbehörde wertete das Lesen und Diskutieren biblischer Verse mit Freunden als Teilnahme an der Tätigkeit einer extremistischen Organisation. Zwei Tage nach der Hausdurchsuchung und Vernehmung wurde der Gläubige unter Hausarrest gestellt. Grundlage der Anklage waren Videoaufnahmen von vier Gottesdiensten der Zeugen Jehovas, die von geheimen FSB-Agenten gemacht wurden, sowie Aussagen eines anonymen Zeugen. Im Juni 2023 kam das Verfahren vor Gericht. Im April 2024 sprach das Gericht Sintschenko schuldig und verurteilte ihn zu 2 Jahren Zwangsarbeit. Maxim wurde im Juni 2026 aus dem Strafzentrum entlassen.
Chronologie

Angeklagte in dem Fall

Zusammenfassung des Falles

Region:
Krim
Siedlung:
Sewastopol
Woran besteht der Verdacht?:
„Indem er sich der gesellschaftlichen Gefährlichkeit und Rechtswidrigkeit seiner Handlungen bewusst war, die darauf abzielten, die Grundlagen der verfassungsmäßigen Ordnung und die Sicherheit des Staates zu untergraben ... aus extremistischen Motiven handelnd ... ergriff er aktive Maßnahmen ... die sich darin äußerten, dass er wiederholt an religiösen Versammlungen teilnahm ... auf Zusammenkünften predigte ... und sich aktiv am Studium religiöser Literatur beteiligte.“
Aktenzeichen des Strafverfahrens:
12302670004000034
Eingeleitet:
17. Mai 2023
Aktueller Stand des Verfahrens:
Das Urteil ist rechtskräftig geworden
Untersuchend:
Ermittlungsbehörde der Russischen Föderation für die Republik Krim und die Stadt Sewastopol
Artikel des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation:
282.2 (2)
Aktenzeichen des Gerichts:
1-28/2024 (1-345/2023)
Gericht erster Instanz:
Нахимовский районный суд города Севастополя
Richter am Gericht erster Instanz:
Валерий Кузнецов
Fallbeispiel
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