Alexander Kutin mit seiner Ehefrau Guzel
Alexander Kutin mit seiner Ehefrau Guzel
Gläubiger aus Ischewsk hat Haftstrafe vollständig verbüßt und Straflager verlassen
UdmurtienAm 16. Oktober 2026 wurde Alexander Kutin (44), ein Zeuge Jehovas, freigelassen. Insgesamt verbrachte er etwa zweieinhalb Jahre hinter Gittern – zunächst im Untersuchungsgefängnis, anschließend im Straflager Nr. 3 in der Republik Mari El – wegen der Organisation einer Tätigkeit, die von den Ermittlungsbehörden als extremistisch eingestuft wurde.
Im Straflager galt Alexander als ein freundlicher und ruhiger Mensch. Er nahm an Sportveranstaltungen teil und entwickelte ein neues Hobby: das Herstellen von Holzgegenständen. „Ich habe gelernt, wie wichtig Geduld und Freundlichkeit gegenüber Menschen sind, und wie bedeutsam es ist, mit verschiedenen Menschen kommunizieren zu können. Besiege das Böse mit Gutem“, erzählte Alexander, was er aus seiner Zeit in Haft mitgenommen hat.
„Als Sascha im Untersuchungsgefängnis war, hat er mich mit besonderen Briefen jeden Freitag unterstützt“, erinnert sich seine Ehefrau Guzel. „In diesen Briefen schrieb er über seine Gedanken zu gelesenen Bibelversen und legte schöne Karten mit Blumen und Naturmotiven bei – solche Sachen hat er extra für mich aufgehoben.“
Das Strafverfahren gegen Alexander Kutin, Maxim Derendjajew und Sergej Aschichmin wurde im April 2021 eingeleitet. Die Ermittlungsbehörde war der Ansicht, dass die Gläubigen ihre Gottesdienste und die Verbreitung ihres Glaubens in Ischewsk „abstimmten und koordinierten“. Im Mai 2024 verhängte Richterin Marina Chochrjakowa vom Perwomaiski-Bezirkgericht jeweils drei Jahre Freiheitsstrafe im Straflager.
Maxim Derendjajew wurde im September 2026 entlassen. Sergej Aschichmin befindet sich weiterhin hinter Gittern. Insgesamt sind in Udmurtien zehn Zeugen Jehovas von Strafverfolgung wegen ihres Glaubens betroffen.



